Der „Día de los muertos“ – immer wieder einen Film wert?

© Latizón TV: Día de los muertos

Muss es schon wieder ein Animationsfilm über den mexikanischen „Día de los muertos“ sein?? Das war mein erster Gedanke, als die Einladung zur Pressekonferenz von „Coco“ in meinem Postfach aufblinkte. „Nein“, war mein 2. Gedanke, das kennt doch mittlerweile schon jeder. Und doch scheint dem nicht so zu sein. Selbst über das deutsche Pendant, die Feierlichkeiten zu Allerheiligen wissen viele hierzulange nur wenig bescheid. Klar, es ist ein Feiertag, zumindest in den südlichen Bundesländern – aber was sonst? Auch der volle Kinosaal beim Film „Coco“ bewies das Gegenteil. Also gut, jetzt eben die Disney-Vision. Zugegebenermaßen, die 1. Szenen haben mich nicht wirklich überzeugt. Aber dann hat mich der Film doch in seinen Bann gezogen: Die Mischung aus Animations- und fast schon menschlichen Zügen der Charaktere, die immer weider mitreißende Mariachimusik (auch wenn ich mich da wiederum frage, warum uns Deutschen vor allem diese Musik aus der Vielfalt der lateinamerikanischen Musik so beeindruckt), und die anrührende und zugleich spannende Geschichte – eine Spannung, die wiederum nicht neu ist, denn dass ein mexikanischer Junge nur bis zum Morgengrauen Zeit hat, um zwischen der Welt der Lebenden und der Toten hin- und herzureisen, und es dabei natürlich ein Happy End gibt, das sollte sich nun doch fast jeder Liebhaber von (lateinamerikanischen) Filmen denken können. Vielleicht ist es aber gerade dieses entspannende Spannende, das solche Filme so liebenswert macht. Der Disneyfilm steht da seinen Vorgängern in nichts nach. Es sind die kleinen Details, die „Coco“ zu etwas Einzigartigem machen, die gut gesetzten Ponten, die liebenswerten Besonderheiten der mexikanischen Region Oaxaca??, die die Macher des Films in langer Vorbereitung zur Recherche besuchten. Bezeichnend finde ich aber auch, dass Filme wie „Coco“ oder der thematisch ebenfalls am Día de los muertos in Mexiko angesiedelte Film „Manolo und das Buch des Lebens“ Animationsfilme sind und beide aus den USA stammen. das Interesse an der mexikanischen Kultur scheint also in den USA doch stark vorhanden zu sein. Wobei ich diesen kleinen Tick Authentizität, den vielleicht ein mexikanischer Regisseur wie bei „Manolo und das Buch des Lebens“ besser in den Film einbringen kann, bei „Coco“ etwas vermisse…

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