Archiv für den Monat: Juli 2017

Trotz Krisen: Filme aus Lateinamerika

© LatizónBlog: Regisseure aus Lateinamerika auf dem Filmfest in München

Viele kleine und große Filmnationen in Lateinamerika kämpfen um mehr Unterstützung in ihrem Land. Bei manchen Ländern ist das auf dem Filmfest München schon lange ein immer wiederkehrendes Thema, manche Länder kamen erst in den letzten Jahren dazu. In Brasilien sorgt man sich seit einiger Zeit um die finanzielle Unterstützung, in Venezuela um die Möglichkeit, trotz Krise im Land weiterhin Filme zu drehen. Und die anderen kleineren Film-Nationen hoffen sowieso meist auf Co-Produktionen. Bezeichnend finde ich es daher, dass trotz allem auch genau diese Nationen jedes Jahr mit mehr als einem Film auf dem Münchener Filmfest vertreten sind. Und – was mir persönlich immer besonders positiv auffällt – jedes Jahr ist auch im Kinderprogramm ein Film aus Lateinamerika vertreten. Nicht selten zählten bisher für mich diese Filme zu den besten, die aus Lateinamerika auf dem Filmfest gezeigt wurden. 2017 war es der Kinderfilm „Tesoros“, auf den ich nun in meinem Blog etwas genauer eingehen möchte:

Die mexikanische Regisseurin Maria Navaro liebt Kinder, und sie liebt die Natur. Was also liegt näher, als einen Film zu machen, der beides in bezaubernder Art und Weise miteinander verbindet? In „Tesoros“ geht es um die Geschwister Dylan und Andrea. Weil ihre Eltern umziehen müssen, kommen die beiden Kinder in eine völlig neue Umgebung und in eine neue Schule. Dort tun sie sich anfangs sehr schwer, doch als sie die Schätze der Umgebung entdecken, gibt es für sie und ihre neuen Freunde nichts Schöneres mehr, als am Meer zu sein, Abenteurer-Expeditionen in das einzigartige Naturidyll zu unternehmen und auf die Jagd nach einem sagenumwobenen Schatz des Piraten Francis Drake zu gehen…So finden die Kinder langsam eine neue Heimat und gleichzeitig auch zu sich selbst und zu ihren Freunden.

Großartige Bilder vermitteln in „Tesoros“ einen bleibenden Eindruck von der Weite und Schönheit der einzigartigen Natur entlang der mexikanischen Pazifikküste. So wie die Kinder im Film, verfällt man auch als Zuschauer nach und nach dieser Faszination, die die Fantasie anregt und der Seele guttut. Und schon findet man sich selbst mittendrin im Abenteuer, auf der Suche nach den großen und kleinen Schätzen dieser Welt.

„Tesoros“ ist wieder einmal ein Kinderfilm, den man auch und vielleicht sogar vor allem als Erwachsener zu schätzen versteht. Stimmungsvolle Kameraaufnahmen, eine hervorragende schauspielerische Leistung der jungen Protagonisten (allen voran die Darsteller von Dylan und Andrea) sowie eine fast schon märchenhafte Geschichte, machen den Film zu einer wahren Harmoniespritze, bei der es schon sehr schwer fällt, nach dem Kino wieder in die alltägliche Realität – abseits vom Filmfest- zurückzukehren.