Archiv für den Monat: April 2017

Würstlbude? Imbiss-Stand? Foodtruck!

Copyright/Foto: Latizón TV, Mexikanisches Streetfood

Bangkok will Streetfood verbieten, so konnten wir im April 2017 in vielen Nachrichten lesen – in Deutschland hingegen hält der Boom weiterhin an. Ich muss zugeben, ich hätte das nicht gedacht. Denn 1. stehen die meisten Foodtrucks immer an unterschiedlichen Plätzen – und daher nicht immer in der Nähe, 2. ist das Essen oft nicht gerade billig und 3. muss man vor allem bei den sogenannten Round-ups, den Treffen mehrerer Foodtrucks, ewig lange in der Schlange stehen…und trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie viele Foodtruck-Fans zu den Round-ups strömen. Ich bin selber auch gerne dort. Früher gab es die Würstl-Bude am Eck, oder den Hähnchenwagen. Lange anstehen musste man da nie. Und man wusste auch, wo der nächste Wagen stand, denn meistens war das immer am gleichen Ort. Foodtrucks tun das selten. Aber die „Generation Facebook“ kauft sich ihr Essen trotzdem dort. Sie braucht keine Extra-Einladung, keine große Werbung – sie liest es auf dem Smartphone oder Iphone. Unterwegs. Offen. Gesundheitsbewusst. Salsa Verde, Don Burrito oder Mucho Gusto heißen zum Beispiel die Trucks. Und das bedeutet: Mexikanisch!! Burritos, Tortillas, Quesadillas. Und meistens sind es Deutsche oder Österreicher, die sich in die mexikanische Küche verliebt haben und sie den Foodtruck-Fans anbieten. Lateinamerika, wo Streetfood ja fast zur Tagesordnung gehört und eine lange Tradition hat, ist also auch in Deutschland unter den Foodtrucks immer mit dabei.

Was ist euer Lieblings-Essen bei Foodtrucks? Ich freu mich auf eure Meinungen und Kommentare

Brasilianerin ohne Grenzen

Foto: Latizón TV, mit Louisa Monteiro

Brasilianer gibt es überall in Europa, egal ob in München, Berlin, Genf oder Paris. Wie kaum eine andere Kultur sind die Brasilianer dabei über die Landesgrenzen hinaus verbunden, vernetzt und auch befreundet. „Brasilieros sem fronteiras“ – Brasilianer ohne Grenzen heißt deshalb auch die Plattform, die nicht nur die unterschiedlichsten Veranstaltungen von Brasilianern teilt und verbreitet, sondern auch und vor allem die Brasilianer selbst immer wieder zusammen bringt. Egal ob Künstler, Autor, Musiker oder Tänzer. Dann wird gemeinsam über Kunst gesprochen, sich ausgetauscht, die Kultur den Deutschen, Schweizern oder Franzosen näher gebracht, brasilianisches Fingerfood genossen und zu Trommeln, Capoeira-Klängen oder den neuesten Hits brasilianischer Musiker getanzt.

Doch ganz so einfach, wie es aussieht, ist das nicht. Denn hinter all diesen Zusammenkünften und Vernetzungen stehen immer Menschen, die mindestens ihre gesamte Freizeit dafür verwenden, damit ihre Landsleute, ihre Musik, ihre Kultur auch in Europa weiterlebt. Und damit nicht jeder einzelne Künstler oder jeder einzelne Musiker, jeder einzelne Verein alleine da steht, dafür setzen sich Menschen wie zum Beispiel die Gründerin der o.g. Plattform Brasileiros sem fronteiras, Louisa Monteiro, ein.

Folgt man Louisa auf den sozialen Netzwerken, so findet man sie heute in Nürnberg, morgen in Genf und übermorgen schon wieder in Paris. Louisa besucht Ausstellungen, interviewt Regisseure, spricht mit Kuratoren – und vereint sie und ihre Arbeit dann auf ihrer Plattform. Louisa braucht dazu keine große Ausrüstung, sie hat eine kleine Kamera und ein kleines Stativ im Gepäck. Das genügt. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wird sie von allen Künstlern und Veranstaltern geschätzt. Auch bekannte brasilianische Musiker und Regisseure treffen sich gerne mit ihr für ein Interview. Dann sieht man sie in Cannes abseits des roten Teppichs sitzen, zum Interview mit einem Schauspieler, während große Fernsehsender schon mal daneben warten. Man findet sie mit noch unbekannten Künstlern im Gespräch auf einer kleinen Ausstellung oder bei großen Festen mitten im Getümmel.

Brasileiros sem fronteiras – das ist fast auch schon ein bisschen ein Leitspruch für Louisa selbst. Für sie gibt es keine Grenzen, was die brasilianische Kultur angeht. Egal ob in Deutschland, in Frankreich oder sonstwo in Europa. Egal ob bei großen Filmfesten oder kleinen Vernissagen. Und ganz nebenbei, da ist Louisa auch noch selbst Künstlerin und bringt mit ihrern farbenfrohen Bildern ein Stück Brasilien nach Europa.

„Helfende Hände“

Foto: Latizón TV, Benefizveranstaltung für Peru_1

Die Spendenfreudigkeit von uns Deutschen lässt angeblich nach – das sagen zumindest einige Organisationen und Verbände, die regelmäßig für Menschen in der sogenannten 3. Welt auf Spendensuche gehen. Vielleicht liegt das daran, dass immer häufiger auf die eine oder andere Art ein Spendengesuch an uns herangetragen wird? Und dass manche davon, zugegebenermaßen, auch ein bisschen dreist und nervig sind. Aber wenn es wirklich drauf ankommt und vor allem, wenn eine schöne Idee dahinter steckt, dann kann uns keiner nachsagen, dass wir anderen Menschen in Not nicht helfen wollen. Wenn erklärt wird, worum es genau geht, wenn ein direkt oder indirekt Betroffener Engagement zeigt, auch selbst etwas an der eigenen Situation und an der Situation seiner Landsleute zu ändern, dann sind wir bestimmt auch gerne dabei. Zum Beispiel im aktuellen Fall von Peru – überraschende, unvorhersehbare Regenfälle und dadurch ausgelöste Schlammlawinen haben unzählige Menschen vor allem in Norden von Peru obdachlos gemacht, andere haben zwar ihre Häuser nicht verloren, aber dafür ihre Arbeitsstelle.

Vor diesem Hintergrund habe ich Janette kennengelernt – eine Peruanerin, die seit einiger Zeit in Deutschland wohnt, ihre Familie aber lebt in Peru. Janette geht es gut, sie hat ein Dach über dem Kopf, sie kann sich, wann immer sie will etwas zu Essen oder zu Trinken kaufen – eine viel zu oft für selbstverständlich genommene Tatsache. Denn viele ihrer Landsleute in Peru können das nicht mehr. Janette bittet auch um Spenden, aber auf ihre eigene, sympathische Art: sie kocht für uns hier in Ingolstadt typische Gerichte aus ihrer Heimat. Geld bekommt sie dafür keines, aber das Geld für die verkauften Mittagessen geht direkt nach Peru. So können die Ingolstädter über den besten und vielleicht angenehmsten Weg das Land Peru kennen- und lieben lernen: über die Kulinarik. Ich glaube, dass es genau deshalb nicht wenige “helfende Hände” waren, die beim 1. Mittagessen den Weg in den Ingolstädter Postwagen gefunden haben. Trotz schönstem Sonntags-Sonnenwetter, ein Tag, den man vielleicht lieber irgendwo am See oder in der Natur verbringen würde.

Am 23. April gibt es für alle, die in der Nähe von Ingolstadt wohnen, nochmal die Möglichkeit, die typischen Speisen von Peru kennenzulernen und dabei die schöne Idee von Janette zu unterstützen. Ich finde, die Peruaner haben es verdient, dass auch am 23. April wieder viele Menschen im Ingolstädter Postwagen zusammen kommen.

Foto: Latizón TV, Benefizveranstaltung für Peru_2