Archiv für den Monat: Juli 2016

Good director – bad director…

© Latizón TV: Filmfest in München 2016
© Latizón TV: Filmfest in München 2016

Filmfeste gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und lateinamerikanische Filme sind dabei sehr beliebt. Sei es bei der Berlinale, dem Filmfest München oder den kleineren Filmfesten für ein spezielles lateinamerikanisches Land. Mit vorne dabei natürlich immer die großen Filmnationen Lateinamerikas, wie zum Beispiel Mexiko oder (noch) Brasilien. und daneben immer, als Schmankerl, ein oder zwei Filme aus den Ländern, die sonst international kaum in Erscheinung treten. In diesem Jahr allerdings hat so ein Film sicher vielen anderen aus Lateinamerika doch etwas die Schau gestohlen. „Caracas-Eine Liebe“ punktete beim Münchener Filmfest-Publikum nicht nur allein dadurch, dass er 2015 in Venedig den Goldenen Löwen erhalten hat. Aber das war sicher ein Zugpferd. „5 Minuten schau ich mir meinen Film bei den Vorführungen immer an“, sagte mir Regisseur Lorenzo Vigas auf dem Filmfest. Und er war sicherlich zufrieden mit dem was er gesehen hat – auch vor der Leinwand. Unter den Zuschauern solche, die regelmäßig Filme aus Lateinamerika ansehen, klar, die lassen sich so einen Film nicht entrgehen – aber eben auch viele, die zum ersten Mal filmisch mit diesem Kulturkreis in Kontakt kommen. Und das bei einem doch nicht ganz einfachen Film, der in vielen Facetten Homosexualität, Vaterbeziehung und Kindheitstrauma unter einen Hut bringt. Sympatisch-salopp trat Vigas bei der deutschen Premiere seines Films auf und freute sich dort schon auf den offiziellen deutschen Kinostart am 30. Juni 2016 – und das trotz der vielen Auszeichnungen, die „Caracas-Eine Liebe“ schon erhalten hat.

Auf der anderen Seite fand man auf dem Filmfest aber auch junge Filmemacher, die ihren ersten Spielfilm zeigten und sich trotzdem unfreundlich und überheblich präsentierten, obwohl ihr Film nicht wirklich Zuschauer in die Kinosäle lockte. Auch das gibt es leider und die Zuschauer der Panals bzw. Filmmakers Live-Veranstaltungen merkten das auch. Aber gut – der Film kann schließlich nichts für seinen Regisseur oder seine Regisseurin und sollte trotzdem unvoreingenommen angesehen werden. Zumindest habe ich das versucht…