Archiv für den Monat: September 2015

Skampida? Nie gehört…

© Latizón TV: Skampida beim Interview mit Latizón TV
© Latizón TV: Skampida beim Interview mit Latizón TV

Skampida? – hm, nie gehört. OK, das ging wohl mehreren so, nicht nur mir. Doch die kolumbianische Band wird sich sicher bald einen Namen machen. Schließlich hatten andere kolumbianische Bands, wie zum Beispiel Doctor Krápula, bei ihren ersten Besuchen in Deutschland auch noch kein großes Stammpublikum. So waren – neben mir – im Publikum doch einige, die sich überraschen lassen wollten als die Band diesen Sommer wieder durch Deutschland tourte.
Und überrascht wird man von Skampida wirklich. „Skampida Style steht auf eurer Homepage. Was genau ist euer Style?“ habe ich die Jungs im Vorfeld zum Konzert gefragt. Und die Antwort war, dass sie sich nicht in eine musikalische Schublade stecken lassen wollen, sondern mit den unterschiedlichsten Musikarten die unterschiedlichsten Reaktionen bei ihrem Publikum hervorrufen wollen. Schon nach den ersten 3 Songs war klar, was Pedro, der Bassist von Skampida, damit meinte. Mal rockig, mal punkig, mal laut, mal ruhig – die Konzerte von Skampida sind ein Auf-und-Ab der musikalischen Gefühle. Eine Mischung aus Schlagzeug, Gitarre, Bass und Trompete. Ein Mischung aus lautem „die Meinung sagen“ undgefühlvollem „Vermitteln von Überzeugungen“. Ok, zugegebenermaßen war ich am Anfang skeptisch. Die ersten Lieder, die ich von der Band gehört habe, treffen nicht unbedingt meinen Musikgeschmack. Aber da Skampida ja eben nicht nur einen Stil hat, lohnte es sich, auch noch weitere Lieder anzuhören.Und so ertappe ich mich nun manchmal dabei, den Refrain von „All I wanna“ vor mich hinzusummen 😉
Die Jungs von Skampida haben viel zu sagen. Über ihre Heimat Kolumbien, über Musik und das Leben im Besonderen. Und das drücken sie mit ihrer Mischung, ihrem Skampida Style sicher am besten aus. Schließlich gibt es für die vielen Erlebnisse im Leben auch nicht nur eine Emotion und Stimmung…

Kultur im Öffentlichen Raum

© Latizón TV: Das kleinste Museum Ingolstadts
© Latizón TV: Das kleinste Museum Ingolstadts

Kunst und Kultur im Öffentlichen Raum habe ich in diesem Jahr oft getroffen. Es scheint immer beliebter zu werden, Kultur an Orte zu bringen, wo sie zunächst nicht vermutet wird. So gab es zum Beispiel eine Ausstellung in einem Regensburger Einkaufszentrum oder eine Ausstellung im kleinsten Museum Ingolstadts. Ein ehemaliges Messpegelhäuschen am Donau-Radwanderweg. Dort findet man noch bis Oktober 2015 eine Ausstellung zu Leonhart Fuchs. Und zahlreiche Wanderer und Radfahrer bleiben überrascht vor dem kleinen Häuschen stehen, in dem früher einmal der Pegelstand der Donau gemessen wurde. Auch ich war überrascht, als ich bei meinen Recherchen über die aus Lateinamerika stammenden Fuchsien und ihrem Namenspatron Leonhart Fuchs auf diesen ungewöhnlichen Kulturraum gestoßen bin. Und ich finde es schön, in meinem Alltag plötzlich auf Kunst und Kultur zu treffen. Vielleicht ist es gerade deswegen, weil man oft nicht die Zeit für einen längeren Museumsbesuch hat oder den Besuch einer Austellung bis zur Finissage hinausschiebt. Und plötzlich trifft man doch auf die Kunst. Und weil man so überrascht ist, sie so unerwartet zu treffen, nimmt man sich die Zeit für sie. Es ist ein bisschen so, als würde man nach langer Zeit unerwartet einen guten Freund wieder treffen. Auch dann nimmt man sich die Zeit für ein kleines Gespräch – nicht ohne dabei festzustellen, dass man sich „schon viel zu lange“ nicht gesehen oder gemeldet hat. Und genauso ist es wohl mit der Kunst. Deshalb finde ich, es sollte viel mehr solche Ausstellungen und Veranstaltungen an ungewöhnlichen Orten geben. In Nürnberg zum Beispiel gibt es die Pocket Opera Company, kurz POC, die ihre klassischen Theaterstücke in modernes Gewand bringt, sprich an ungewöhnliche Orte, in alte Lagerhallen oder sogar in einen Waschsalon…